2. April 2009
Heute entbrannten Diskusionen rund um das Thema Breitband-Ausbau für Deutschland. Das Thema war nicht nur der Preis für die Miete einer TAL (Teilnehmer-Anschluss-Leitung), sondern auch die Ausbau-Bereitschaft der Deutschen Telekom und anderer Anbieter.
Die heutige Pressemitteilung der Deutschen Telekom trug die Überschrift: “Telekom überprüft Investitionen für Breitbandausbau“. Das soll heißen, die Deutsche Telekom stellt neue Wirtschaftlichkeitsberechnungen für den Ausbau an. So erklärte der Vorstand Finanzen der Deutschen Telekom Herr Timotheus Höttges:
“Auch die Wettbewerber, die sich für einen Senkung stark gemacht haben, sind jetzt gefordert, in Breitband im ländlichen Raum zu investieren. In einem liberalisierten Markt kann die Last des Ausbaus nicht von einem Unternehmen allein getragen werden” Quelle Pressemitteilung Deutsche Telekom
Der Grund für den Protest der Deutschen Telekom, war die Bekanntgabe der Regulierungsbehörde am Dienstag, dass der monatliche Preis, den ein Mitbewerber für eine TAL zahlen soll, um 0,30 Euro auf 10,20 Euro reduziert wird. Nach Angaben der Deutschen Telekom habe sie in 2008 ca. 100 Millionen in den Ausbau weißer Flecken investiert und mehr als 400.000 Haushalte mit einem Breitbandanschluss versorgt.
Nun ist der VATM - Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. der Ansicht, dass die Drohung der Deutschen Telekom völlig unverständlich ist. Dazu sagt der VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner:
“Seit über einem Jahr arbeiten wir gemeinsam mit der Deutschen Telekom an Plänen, die Versorgung auf dem Land gemeinsam mittels modernster Technologie zu verbessern, da der Festnetzausbau in diesen Gebieten jahrelang als völlig unwirtschaftlich abgelehnt wurde” Quelle VATM
So verwundert es uns um so mehr, da doch die Deutsche Telekom noch vor Weihnachten verkündet hatte, den Ausbau mit zwei MBit/s per Festnetz zu realisieren.
“Unsere Unternehmen haben die alternativen Techniken, um attraktive und kostengünstige Lösungen zur Schließung der weißen Flecken zu realisieren. Wir setzen weiter auf modernste Funktechnologien. Wir warten dabei nicht auf die Digitale Dividende, sondern nutzen bereits verfügbare Mobilfunk-, Richtfunk- aber auch Satelliten-Technologie. Wo es bereits heute möglich ist, bauen unsere Unternehmen auch Glasfasernetze auf dem Land, die dem Festnetzausbau der DTAG weit überlegen sind.” Quelle VATM
Auch wir sprechen Tag täglich mit Anbietern alternativer Lösungen und die haben nicht zum Beispiel das Problem mit der TAL oder einer Finanzierung. Leider und so muss man doch ganz deutlich sagen, das größte Problem beim Breitbandausbau ist die Politik. Diese macht es sich zu nutze, um sich beim Bürger ins bessere Licht zu rücken. Wenn wir mal nach Mecklenburg-Vorpommern schauen, so kann man sagen, dass es dort doch eine Menge weiße Flecken gibt. Und wenn man hört, dass dort auch Förderanträge für einen Ausbau gestellt und auch bewilligt werden, freut uns dies. Aber warum bekommt dort eine Deutsche Telekom eine Förderung über sage und schreibe 3.500 Euro?
Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat für die Breitbandversorgung im Land einen Zweckverband “Elektronische Verwaltung in M-V” extra dafür ins Leben gerufen. Die Aufgabe des Zweckverbandes ist es, den Bedarf zu ermitteln und Informationsveranstaltungen ab zu halten. Auch die Versorgungsabsichten der Anbieter soll der Zweckverband abfragen. Das hat er bis jetzt getan! Und nun? Jetzt wurden Orte durch eine öffentliche Ausschreibung mehreren Anbietern zur Abgabe eines Angebotes, über Inverstitionsvolumen, technische Verfahren und Umsetzung angeboten. In Mecklenburg-Vorpommern wird nun der Ruf nach einem Breitbandausbau laut, aber bitte nicht per kostengünstiger Funklösung. Warum das nicht?
Anbieter alternativer Lösungen, die uns zu einem Gespräch baten, berichten sogar davon, dass es im Bundesland Brandenburg in manchen Landkreisen nur ein Anbieter durch die Politik bevorzugt gibt. Allen anderen Anbietern wird es schwer gemacht, einen Ausbau zu planen und um zu setzen. Dabei sprach doch Herr Platzeck (Ministerpräsident von Brandenburg – SPD) noch im letzten Jahr von einem flächendeckenden DSL-Ausbau im Jahr 2009 in Brandenburg. Vielleicht sollte sich Herr Platzeck mal mit alternativen Anbietern, die sein Bundesland erschließen wollen, an einen Tisch setzen, um zu erfahren was sie beim Ausbau wirklich behindert.
Wir sind uns einig, das ein flächendeckender Ausbau in ganz Deutschland über Festnetz nicht zu realisieren ist. Daher sollte die Politik sich nicht in den Ausbau einmischen und behindern, sonder lieber mithelfen, den Ausbau voran zu treiben. Bis heute habe ich gedacht, dass die Politiker vom Volk gewählt werden, damit sie was für das Volk tun. Aber das scheint in manchen Landkreisen nicht immer der Fall zu sein.
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